Informationen: Auslandsschuljahr

Hast du auch schon einmal darüber nachgedacht, einen Teil deiner Schulzeit im Ausland zu verbringen? Nein?! Solltest du aber! Ein Schulaufenthalt/Praktikum/Sprachkurs im Ausland ist eine wunderbare Möglichkeit, um schon mit jungen Jahren an Selbstständigkeit, Sprachkompetenz und interkulturellen Erfahrungen zu gewinnen. Abgesehen davon, dass sich ein Auslandsaufenthalt bei späteren Bewerbungen immer gut im Lebenslauf macht, ist es eine Erfahrung, die dich auf deinem Weg zum Erwachsenwerden mit Sicherheit voranbringt. Und das Großartige ist: Nebenbei gewinnst du Freunde fürs Leben!

Bei der Planung eines Auslandsaufenthalts ergeben sich sowohl bei Schülerinnen und Schülern als auch bei Eltern viele Fragen. Wenn du dich zu diesem Thema individuell beraten lassen möchtest, gibt es bei uns am Gymnasium eine Sprechstunde. Du kannst unter seba.alexandra@gymnohz.de einen Termin vereinbaren und wir werden gemeinsam versuchen, einen Weg für dich zu finden, um deinen Traum vom Auslandsschuljahr/Praktikum/Sprachkurs zu ermöglichen. Hier gibt es nun schon einmal einige Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Welche Möglichkeiten habe ich als Schüler_in um Erfahrungen im Ausland zu sammeln?

Zunächst solltest du dich entscheiden, ob du eine Schule im Ausland besuchen, Berufserfahrung während eines Praktikums sammeln oder deine Sprachkenntnisse verbessern möchtest. Wenn es dir vor allem darum geht, Jugendliche aus aller Welt kennenzulernen, gibt es außerdem eine Reihe von internationalen Jugendbegegnungen, die meistens in den Sommerferien stattfinden.

Ein Auslandsschuljahr macht man in aller Regel in der 11. Klasse. Ob du nur einige Wochen, ein halbes Jahr oder ein ganzes Schuljahr ins Ausland gehst, bleibt dir überlassen. Wichtig ist jedoch, dass es für deine Versetzung in die 12. Klasse einen Unterschied macht. Wer sich entscheidet, nur ein paar Wochen oder ein halbes Jahr eine Schule im Ausland zu besuchen, sollte sich für das 1. Halbjahr der 11. Klasse entscheiden. So kann man nach seiner Rückkehr im 2. Halbjahr alle Voraussetzungen erfüllen, um in die Qualifikationsphase versetzt zu werden. Wer dennoch im zweiten Halbjahr ins Ausland geht oder sogar ein ganzes Schuljahr im Ausland verbringen möchte, muss auf der Schule im Ausland ein gewisses Maß an Leistungen erbringen und bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind und weitere Informationen findest du unter: https://www.mk.niedersachsen.de/download/5222/Merkblatt_Auslandsschulbesuch.pdf

Auch in der 10. Klasse ist ein Auslandsschulbesuch (insbesondere im 1. Halbjahr) denkbar. Diese Möglichkeit richtet sich jedoch an besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler und ist eher die Ausnahme.

Wenn du nur ein paar Wochen ins Ausland möchtest, bieten sich Sprachkurse verschiedener Anbieter im (europäischen) Ausland an. Diese Kurse kannst du jedoch nur während der Ferien und nicht während der Schulzeit besuchen. Auch Praktika können im Ausland absolviert werden. Für diese gilt dasselbe, außer du absolvierst sie während des regulären Praktikum-Zeitraums unserer Schule.

Mit welchem Programm soll ich ins Ausland gehen und gibt es Stipendien?

Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Man muss dabei zwischen privaten/kommerziellen Anbietern und Programmen des Bundes oder des Landes Niedersachsen unterscheiden.

Private Anbieter bieten dir und deinen Eltern den Komfort, dass dein gesamter Aufenthalt von vorne bis hinten geplant wird. Meistens bucht man ein Gesamtpaket, in dem ein Vorbereitungskurs, die Flüge und die Schulgebühren bereits enthalten sind. Diese Angebote sind nicht günstig, aber seriöse Anbieter bieten den Vorteil, dass sie schon viele Erfahrungen gesammelt haben und in der Regel (Notfall-)Ansprechpartner vor Ort haben, die bei Problemen vermitteln und weiterhelfen. Die größeren Organisationen bieten den Teilnehmer_innen außerdem oftmals die Chance, sich auf ein (Teil-)Stipendium bewerben zu können. Hierfür muss man an einem Auswahlverfahren teilnehmen. Welche Organisation für dich die richtige ist, müssen deine Eltern und du gemeinsam entscheiden. Wir als Schule sprechen keine Empfehlungen aus, da dies Werbung wäre.

Es gibt jedoch auch Programme, die in Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen durchgeführt werden. Das Niedersächsische Kultusministerium vermittelt einen Austausch von Schülerinnen und Schülern in dessen Partnerregionen in

  • Frankreich

Drei-Monats-Austausch in eine der vier Partnerakademien: Aix-Marseille, Reims, Rouen, Toulouse (im Rahmen des Brigitte-Sauzay-Programms) oder sechsmonatiger Austausch über das Voltaire-Programm

  • Spanien

Schüler_innen der 8. Und 9. Klassen können sich bewerben, um im 9./10. Schuljahr für 6 Wochen nach Spanien (Partnerregion Castilla y León) zu gehen.

Außerdem:

  • USA: Parlamentarisches Patenschafts-Programm (PPP)

Der Deutsche Bundestag vergibt Stipendien für ein Austauschjahr in den USA an Schülerinnen und Schüler und junge Berufstätige.

Weitere Informationen und Anmeldefristen findest du unter: https://www.nibis.de/schueleraustausch_9063

Auf der Internetseite www.stipendienlotse.de des Bundesministeriums für Bildung und Forschung findest du weitere Stipendienmöglichkeiten. Ab der 11. Klassen ist es unter bestimmten Umständen auch möglich Auslands-Bafög zu beantragen.

Wie fange ich die Planung an?

Wichtig ist es, das Thema frühzeitig mit seinen Eltern zu besprechen. Die Bewerbung für ein Auslandsschuljahr versendet man bereits etwa ein Jahr vor der eigentlichen Reise. Manchmal sogar noch etwas eher. Man sollte sich also bereits in der 9. Klasse die Frage stellen, ob man gerne ins Ausland gehen möchte. Einen ersten Überblick können dir Internetseiten wie www.auslandsjahr.org geben. Dies ist ein unabhängiges Fachportal rund um die Themen Auslandsjahr und Schüleraustausch. Bedenke dabei jedoch immer, dass es sich um ein privates Vergleichsportal handelt, welches insbesondere kommerzielle Anbieter miteinander vergleicht.

Abi in der Tasche…und was dann?

Zwischen Abitur und Studium/Ausbildung ist ein weiterer günstiger Zeitraum, um Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Es bieten sich neue Möglichkeiten: Freiwilligendienste, Aupair-Jobs, Sprachreisen, Work and Travel und und und. Jeder sollte für sich entscheiden, was für sie/ihn das Beste ist. So oder so: Es lohnt sich garantiert!

Alexandra Seba (Fachbereichsleitung Moderne Fremdsprachen)